Verborgene Risiken: Diese Anzeichen deuten auf Schadstoffe im Gebäude hin

Altbauten besitzen Charakter und erzählen Geschichte, gleichzeitig können sich hinter Wand-, Decken- oder Bodenaufbauten problematische Altlasten verstecken. Dazu gehören Schadstoffe, die heute als gesundheits- und umweltgefährdend gelten.

Wer eine Sanierung, einen Umbau oder sogar einen Abbruch vorbereitet, sollte typische Hinweise kennen. In diesem Beitrag erklären wir, worauf es zu achten gilt und weshalb eine fachkundige Begleitung unverzichtbar ist.

Warum gerade ältere Gebäude betroffen sind

In zahlreichen Gebäuden, die bis in die 1980er- und frühen 1990er-Jahre errichtet wurden, finden sich Baustoffe, die nach heutigem Wissen als gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Asbest in Bodenbelägen, Dämmungen oder Dachplatten
  • Künstliche Mineralfasern (KMF) in älteren Dämmmaterialien
  • PCB in Farben und Fugendichtmassen
  • PAK in Klebern und Teerprodukten

Diese Materialien galten früher als besonders beständig, leicht zu verarbeiten oder feuerhemmend.

Wenn Baustoffe zur Gefahr werden

Woran lässt sich erkennen, ob ein Gebäude belastete Materialien enthält? Diese typischen Hinweise sollten aufmerksam machen:

1. Baujahr vor 1995

Viele Häuser aus diesem Zeitraum wurden noch mit asbesthaltigen oder anderweitig belasteten Stoffen gebaut. Besonders häufig betroffen sind Gebäude aus der Nachkriegs- oder DDR-Zeit.

2. Ungewöhnliche Baustoffe oder Beschichtungen

  • Wellplatten an Dach oder Fassade können Asbest enthalten.
  • Schwarze Kleberreste unter alten Böden weisen oft auf PAK hin.
  • Juckende, faserige Dämmmaterialien deuten nicht selten auf ältere KMF.

3. Beschädigte oder verwitterte Bauteile

Risse, bröckelnde Fugen oder aufgeraute Oberflächen können Fasern freisetzen. Dies stellt ein ernstzunehmendes Risiko für die Raumluft dar

4. Auffällige Gerüche beim Rückbau

Stechende oder chemische Gerüche beim Entfernen alter Beläge können Hinweise auf Lösungsmittel oder Schadstoffbelastungen sein.

Warum Schadstoffe Laien oft nicht auffallen

Viele belastete Materialien wirken auf den ersten Blick völlig unauffällig. Asbestzement beispielsweise ähnelt gewöhnlichem Beton. Auch alte Dämmstoffe sind für Laien kaum von modernen Varianten zu unterscheiden. Gefährlich wird es, weil die Unterschiede meist im Detail und in ihrer chemischen Zusammensetzung liegen.

Professionelle Schadstoffprüfung schafft Klarheit

Bevor Abbruch-, Umbau- oder Sanierungsarbeiten starten, sollte geprüft werden, ob eine Schadstoffsanierung notwendig ist.

Eine fachgerechte Untersuchung umfasst:

  • Probenahme und Laboranalyse verdächtiger Baustoffe
  • Erstellung eines Sanierungsplans gemäß TRGS 519 bzw. 521
  • Rückbau, Entfernung und Entsorgung nach geltenden Sicherheitsvorschriften

Fazit: Frühzeitig prüfen – sicher sanieren

Der Verdacht auf Schadstoffe sollte niemals ignoriert werden. Fachkundige Untersuchungen schützen nachhaltig:

  • die Gesundheit der Bewohner
  • die Umwelt
  • und die rechtliche Sicherheit der Eigentümer